Was Stress wirklich ist – und warum er zu Energiemangel, innerer Unruhe und fehlender Klarheit führt

 

Stress lass nach…

Viele Menschen, mit denen ich arbeite, sagen: „Ich habe gerade viel Stress.“

Was sie oft meinen, ist Energiemangel, innere Unruhe oder das Gefühl, nie wirklich regeneriert zu sein.

Stress ist eines der meistbenutzten Worte unserer Zeit. Und gleichzeitig eines der am wenigsten verstandenen.
Wenn wir genauer hinschauen, meinen wir oft etwas anderes:
innere Unruhe, dauerhafte Anspannung, fehlende Energie, das Gefühl, nie ganz runterzufahren.

Stress ist nicht einfach „zu viel zu tun“.
Stress ist eine Reaktion des gesamten Systems – körperlich, mental, emotional und energetisch.

Stress beginnt im Nervensystem – und kostet kontinuierlich Energie

Physiologisch betrachtet ist Stress eine Aktivierung des autonomen Nervensystems. Der Sympathikus übernimmt: Fokus, Anspannung, Handlungsbereitschaft. Das ist sinnvoll – aber eben nur kurzfristig.

Problematisch wird es, wenn dieser Zustand nicht mehr endet. Wenn der Parasympathikus, der für Regeneration, Verdauung, Heilung und Erholung zuständig ist, kaum noch Raum bekommt.

Dann bleibt der Körper innerlich „auf Empfang“. Auch wenn äußerlich alles ruhig erscheint.

Das kostet Energie. Und zwar kontinuierlich.

Viele Formen von Energiemangel entstehen nicht durch zu wenig Schlaf – sondern durch ein dauerhaft aktiviertes Nervensystem.

Ich kann davon selbst ein Lied singen.

Zwar ist es lange her, aber vor mehr als 10 Jahren hatte ich selbst mit Burn-Out zu tun, also einem nicht mehr endenden Energiemangel. Bei mir war es so, dass mein Nervensystem trotzdem auf Hochtouren lief. Ich kam nur noch schwer runter. Yoga und Qi Gong haben mir persönlich damals sehr geholfen. Und die Therapie. Rückblickend sage ich: Ich hätte die Anzeichen viel früher erkennen können - und präventiv mehr verhindern können. Aber wir kennen sie ja alle, die Geschichte von der heissen Herdplatte, auf die eben jeder selber fassen muss.

 

Stress wirkt auf alle Körpersysteme

Im Yoga – und sehr klar beschrieben im Großen Yoga-Alignment-Buch von Marion Neises (die Way Yoga gegründet hat und meine Ausbilderin ist und mir seit langen Jahren ermöglicht, einer meiner Passionen zu folgen) – betrachten wir den Menschen nicht eindimensional, sondern als Zusammenspiel mehrerer Ebenen.

Stress zeigt sich auf allen. Wir sprechen hier von diesen 7 Ebenen:

  1. Die skelettale / ligamentale Ebene
    Dauerstress verändert Haltung. Menschen verlieren buchstäblich Aufrichtung und Stabilität. Gelenke werden stärker belastet, Halt geht verloren.

  2. Die muskuläre / fasziale Ebene
    Chronische Spannung, Verhärtungen, eingeschränkte Beweglichkeit. Der Körper hält fest, weil das Nervensystem nicht loslässt.

  3. Die neuronale / psychologische Ebene
    Gedankenkreisen, Reizbarkeit, Entscheidungserschöpfung. Das Nervensystem bleibt aktiv, auch wenn keine akute Herausforderung da ist.

  4. Die kardiovaskuläre / respiratorische Ebene
    Erhöhter Puls, flache Atmung, fehlende Atemtiefe. Der Körper bleibt im Leistungsmodus, statt in einen Rhythmus zu finden.

  5. Die lymphatische / immunologische Ebene
    Regeneration und Entgiftung verlangsamen sich. Müdigkeit, Infektanfälligkeit, ein diffuses „nicht ganz fit sein“.

  6. Die endokrinologische / Innere-Organe-Ebene
    Stresshormone wie Cortisol beeinflussen Schlaf, Verdauung, Hormonbalance und Energiehaushalt.

  7. Die feinenergetische / philosophische Ebene
    Energie kommt ins Stocken. Menschen fühlen sich abgeschnitten von sich selbst, weniger lebendig, weniger verbunden.

Stress ist also kein einzelnes Problem. Er ist ein systemischer Zustand.

Die mentale Ebene: ein oft unterschätzter Faktor

Was Stress zusätzlich verstärkt, ist die mentale Haltung. Innere Antreiber, hohe Erwartungen, mangelnde Klarheit, Gedankenkreisen, Reizbarkeit, Entscheidungserschöpfung.

Viele funktionieren (leider) lange gegen ihr eigenes Empfinden.
Nicht, weil sie es nicht besser wissen – sondern weil sie den Kontakt zu ihren Ressourcen verloren haben.

Mentale Klarheit geht verloren, weil das Nervensystem nicht mehr in einen regulierten Zustand findet.

Darum setze ich auf Techniken aus dem systemischen und stärkenorientierten Coaching, letzteres stammt aus der positiven Psychologie. Ich habe damit persönlich sehr gute Ergebnisse erzielt - und sehe das auch bei anderen. Die Perspektive zu wechseln kann man lernen - und einmal geschehen, führt das zu einem unumkehrbaren Prozess. Der die Lebensqualität merklich verbessert. Ist dein Glas halb leer - oder eben voll?

Was sich verändert, wenn Stress reguliert wird

Wenn du beginnst, dein System bewusster wahrzunehmen, verändert sich nicht nur der Stresslevel – sondern dein gesamtes Erleben.

Der Energielevel steigt. Nicht, weil du mehr leistest. Sondern weil du weniger gegen dich arbeitest.

Klarheit entsteht.
Entscheidungen werden einfacher.
Der Körper wird beweglicher, die Atmung tiefer, der Geist ruhiger.

Yoga, Embodiment, Atemarbeit und mentale Ausrichtung wirken hier zusammen.
Das meine ich nicht als Technik, sondern als Rückverbindung.

Stress-Release bedeutet nicht, Stress zu vermeiden.

Sondern die Fähigkeit zurückzugewinnen, zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln. Und zwar bewusst.

Genau dort entsteht ein Leben, das sich nicht nur leistungsfähig anfühlt –
sondern lebendig, stimmig und tragfähig.

Ich habe kognitiv früh gelernt, wie Yoga mit allen Formen der Entspannung und Regulation des Nervensystems auf Körper, Geist und Seele wirkt.

Ebenso einige Formen des Coachings.

Aber richtig klar geworden ist mir die besondere Wirkung dieser Mischung erst durch die eigene Erfahrung - und die Erfahrungen meiner Schüler und Schülerinnen, die sich so gut wie alle nach ihrem intensiven Auseinandersetzen mit dem Yoga und mit sich selbst veränderten. Sie wurden ruhiger mit sich, innerlich stabiler und klarer.

Ein guter Energielevel ist das Ergebnis innerer Stabilität, Klarheit und Bewusstheit. All das sind Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Davon bin ich nach all den Jahren nachhaltig überzeugt. Und bin selbst wohl ein gutes Beispiel, das Leben so wie es zu einem passt möglich ist.

#itsnowornever


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Wenn die Energie fehlt – trotz „eigentlich ist doch alles gut“