„Nur weil etwas stabil ist, heißt es nicht, dass es lebendig ist."

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder dasselbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." (Albert Einstein)

Es gibt Menschen, die ihren Lebensweg sauber in eine Linie bringen – Studium, Karriere, Erfolg, Ende. Und dann gibt es Menschen, deren Weg mehr einer Landkarte ähnelt, auf der man viele Male die Route gewechselt hat, manchmal freiwillig, manchmal nicht.

Ich gehöre zur zweiten Gruppe. Und genau das hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin – einer, die nicht nur über Veränderung redet, sondern die weiß, wie sie sich wirklich anfühlt. Von innen.

 

Champagner, Luxusmarken – und das Gefühl: Irgendetwas stimmt nicht mehr.

Bodenständig. So bin ich aufgewachsen. In Verl, einem Dorf, damals noch weit davon entfernt, Stadt zu werden, in Ostwestfalen.

Ich weiss nicht, ob es der Ort oder etwas in mir war, ich wusste jedenfalls früh, dass ich einen Luftveränderung brauchte. Die kam mit dem Entschluss, Tourismus und Hotelmanagement zu studieren, ich verbrachte Zeit in London, Paris, Sardinien oder Bali.

Weil ich gerade erst Blut geleckt hatte, ging der Weg in die Welt weiter: Hyatt Hotels & Resorts, American Express Premium Cards, Lifestyle- und Eventmanagement - mein Leben nahm Fahrt auf, wurde schick und oft luxuriös mit Champagner und Luxusmarken wie Bentley oder Louis Vuitton, Sponsorings bei der Kitzbühler Alpenrallye oder der Fashion Week Berlin, Reisen auf die Malediven, nach Südafrika, Namibia, Sri Lanka, USA etc..

Von außen betrachtet ein echtes Glamour-Leben – und so war es ja auch. Und JA! Ich fand ich all das aufregend, die Geschäftsreisen, die Events, die Leute, den Luxus.

Heute sehe ich auch klar: Mein Beruf hat mir eine Identität gegeben.

Es ist leicht jemand zu sein, wenn man auf Netzwerkveranstaltungen sagen kann: Ich bin Lifestyle- und Eventmanagerin für die Premium Cards von American Express. Alles klar. Keine weiteren Fragen.

Je höher und angesehener die Position, desto weniger wird gefragt, wer man eigentlich ist – denn es geht ja um das, was man hat oder darstellt. Das ist bequem. Ich fand das bequem.

Solange, bis es nicht mehr bequem war.

Etwas in meinem Inneren meldete sich beinah penetrant, zuerst unmerklich, so dass ich mir meine Geschichte weiter erzählen konnte. Die, dass ein tolles Leben führe, um das mich andere Beineide würden, dass ich undankbar bin, dass ich froh sein kann, so einen tollen Job zu haben und eine so tolle Ehe noch dazu. Doch, mir diese Geschichte zu erzählen wurde immer schwieriger. Immer deutlicher zeigte sich: Hier stimmt etwas nicht mehr. Ich BIN das nicht mehr.

Der Wendepunkt – und was danach kam

2010 bin ich nach Singapur, Indien, Laos und Thailand gereist – eigentlich wollte ich einfach raus, durchatmen, runterkommen. Anfang 2011 landete ich stattdessen recht abgebrannt und überraschend für mich selbst und alle anderen in derBurnout-Klinik Gezeitenhaus in Bad Godesberg. Ein Karriereknick, keinen, den man wegerklärt.

Rückblickend hat sich einfach die Wahrheit gezeigt.

So klar, dass keine alte Geschichte sie mehr stoppen konnte.

Was in dieser Zeit angefangen hat, hat alles, hat mich verändert: Yoga, Coaching, Biographiearbeit, die Frage, wer ich eigentlich bin – jenseits von Konzernstrukturen, Erwartungen und funktionierenden Fassaden.

Ich habe Antworten gesucht auf Fragen, auf die es zum Teil einfach keine Antworten gibt. Was ich stattdessen gefunden habe, war etwas Wertvolleres: Klarheit darüber, was ich wirklich brauche – und was nicht mehr zu mir passt.

Mehr über meinen Weg – und was mich dazu gebracht hat, heute das zu tun, was ich tue – erzähle ich hier.


Erkenntnis ist nicht gleich Umsetzung.

Über 20 Jahre Erfahrung in Coaching und Yoga habe ich gesammelt, mehr als 500 Stunden Yogaausbildung absolviert, systemisches Coaching nach dem Oxforder Coaching Modell gelernt, Stärkencoaching, transformatives Coaching, Meditation – ich habe mein Handwerk von Grund auf gelernt. Nicht weil es ein Trend war, sondern weil es mein Leben verändert hat.

Was ich dabei immer wieder beobachte – bei mir und bei den Menschen, die ich begleite:

„Das Problem ist selten Unklarheit. Das Problem ist, dass sie zu lange verdrängen, was längst klar ist."

Und: „Oft ist stimmig unbequem. Weil es Konsequenz bedeutet."

Ich weiss das selbst nur zu gut.

Aber erinnere dich:

„Nur weil etwas stabil ist, heißt es nicht, dass du dich damit lebendig fühlst."

 

Authentisch, direkt, mit echter Fallhöhe

Ich habe mich lange von einem vermeintlichen Glanz blenden lassen – und den Preis dafür bezahlt. Ich kenne Konzernwelten, Luxusleben und internationale Karrieren. Und ich kenne den Moment, in dem all das plötzlich schal schmeckt. Es prickelt nicht mehr. Im Gegenteil. Es schmeckt abgestanden und bitter.

Ich weiß, wie kostbar Zeit ist. Und wie wichtig es ist, das eigene Leben nicht nur zu verwalten.

Klar, denkst du, das weiss ich doch selbst.

Wissen ist nicht gleich Tun.

 

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen ehrlich werden wollen – mit sich selbst und miteinander.

Weil sie spüren, dass Anpassung auf Dauer einen zu hohen Preis hat. Glücklich sein funktioniert ohne innere Stimmigkeit langfristig nicht. Dann wird Glück zu einer Fassade.

Veränderungen entstehen nicht aus dem perfekten Plan.

Sie entstehen aus dem Mut, nach Erkenntnis Taten folgen zu lassen.

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Warum wir wollen, aber nicht tun: Von der Zumutung, über den eigenen Schatten zu springen.