Warum ist es so schwer, zu genießen?

Scenic shot of the beach with waves hitting the rocks.

Nach Regen kommt wieder Sonnenschein. Warum ist es so schwer, zu genießen?

Winterschlaf muss sich so ähnlich anfühlen. Plötzlich ist die Energie dahin, obwohl sie eben noch da war. Einfach weg, und tschüss, ich bin dann mal weg.

Ich solle doch froh darüber sein, sagen meine Freundinnen, natürlich müsse einer Anspannungs- eine Entspannungsphase folgen. Wieso ich so streng mit mir wäre? Ja, weil ich diese Ruhephase gerade überhaupt nicht brauchen kann, erwidere ich missmutig. Ich WILL doch weiter machen!

Ja, ich will auch stolz sein auf das Erreichte, will den Erfolg feiern, doch komischerweise stellt sich gar kein Gefühl von Stolz, kein Gefühl der Freude ein. Vielmehr ist da eine große Leere, ein Loch. Ich sage mir, dass es doch an der Zeit sei für Erholung,  dass ich allen Grund dazu habe nach drei Monaten full power.

Loslassen, Gelassenheit? Leichter gesagt als getan!

Doch die Ruhe will sich nicht einstellen, die Unruhe innen drin über die vermeintliche Ruhe außen bleibt und wächst. Und das, obwohl ich mich in den letzten Wochen intensiv mit aller möglichen Literatur zum Thema Loslassen und Gelassenheit befasst habe. Was also ist so schwer daran, einen Erfolg zu genießen und darauf zu vertrauen, dass  nach der Ruhephase wieder eine Phase des Machens kommt? So, wie nach Regen wieder Sonnenschein und nach Winter wieder ein Frühling und ein Sommer kommen wird?

Irgendwas tief in mir drin scheint sehr fest davon überzeugt zu sein,  dass es sich nicht gehört, nichts zu tun, abzuwarten, auf Gott zu vertrauen und das Loch Loch sein zu lassen. Einfach mal ruhigen Gewissens in den Tag hineinleben und schauen, was sich ergibt? Pustekuchen! Da melden sich gleich diverse Stimmen, die mehr oder weniger laut rufen: das ist jawohl das Allerletzte! Während andere hart arbeiten, willst Du Dich auf die faule Haut legen? Andere kriegen es doch schließlich auch hin, weiter zu machen? Was ist nur los mit Dir? Fragen tauchen auf: ist das der Winterblues oder steckt mehr dahinter? Bin ich etwa irgendwie krank? Wieso bin ich dauernd so müde? Warum kriege ich so wenig auf die Reihe?

Das Gras wäschst nicht schneller, wenn Du daran ziehst

Eine andere zarte Stimme wagt zaghaft einen Versuch: nimm Dir die Zeit, die Du brauchst. Die Dinge laufen nicht davon, die Welt wird nicht untergehen. Niemand verlangt etwas von Dir. Hör auf Deinen Körper, er weiß genau, was Du brauchst. Wenn das im Moment Ruhe ist, dann gönn sie Dir. Es ist alles gut so, wie es ist. Mit Sicherheit kehrt der Elan zurück. Hab Vertrauen! Ja, nur wann kehren meine Lebensgeister zurück, fragt eine andere, viel lautere Stimme dazwischen.

Leider fällt es mir schwer, mich auf die mir gewogene Seite zu schlagen. Statt dessen versinke ich allzu schnell in alten Mustern und Verhaltensweisen. Immer schön perfekt sein, funktionieren und so.

Am Ende hat sich mein Körper doch geholt, was er brauchte. Es ging nicht anders. Und erfreulicherweise kann ich sagen, dass der Elan tatsächlich von allein zurückkehrt. 2 Wochen und 3 Tage später und passend zu Weihnachten ist er wieder da.

"Das Gras wächst nicht schneller, wenn Du daran ziehst", besagt ein chinesisches Sprichwort. Wie einfach ist es, anderen etwas zu raten. Und wie schwer kann es sein, gelassen und vernünftig mit sich selbst umzugehen.

Anhalten um durchzustarten

"Die ideale Haltung ist stabil und leicht zugleich", heißt es in der philosophischen Yogaschrift des Patanjali. Dabei geht es nicht nur um die Yogahaltung sondern auch und vielmehr um die innere Haltung. Viel zu oft machen wir uns das Leben allzu schwer mit Haltungen und Meinungen, die schon längst nicht mehr angesagt sind. Warum das so ist? Weil ein jeder von uns seine Vergangenheit mit sich herumträgt, wie ein Rucksack, der mal leichter und mal schwerer ausfallen kann. Und immer wieder, so scheint es mir, tauchen Prüfungen auf im Leben, die wir zu bestehen haben und die zeigen, wo wir stehen.

Gelassenheit wird mein Vorsatz für 2016. Gelassenheit an erster Stelle im Umgang mit mir selbst. Und an zweiter Stelle im Umgang mit allen anderen.

Die Schaffenspause ist überwunden. Ohne, dass ich etwas dafür getan hätte. Offenbar gibt es keinen Stillstand, nur den Glauben daran, dass eine Pause Stillstand bedeuten könnte. Tut sie nicht, im Gegenteil. Innen drin passiert sehr viel: frische Energie sammelt sich an, Kraft, die nötig ist, um gestärkt neue Aufgaben und Herausforderungen anzunehmen.

Liebes Loch, wenn Du Dich das nächste Mal auftust, werde ich schlauer sein. Ich werde Dich genießen und darauf vertrauen, dass ich zu gegebener Zeit wieder Boden unter meinen Füßen spüre. Und ich hoffe inbrünstig, dass ich das alles bis dahin nicht wieder vergessen habe.

Lieblingsgrüße, Katharina

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