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Vom Atmen und Denken, von Yoga und Coaching

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Coaching und Yoga, wie soll das denn zusammen passen, fragen Sie sich vielleicht? Coaching, das macht man doch in Firmen und Yoga, das machen Frauen in mehr oder weniger schicken Yogastudios. Soweit das Klischee.

Heutzutage müssen Sie sich schon ziemlich anstrengen, um nichts über Coaching oder Yoga zu hören, zu lesen oder zu sehen. Coaching ist angekommen in der Mitte der Gesellschaft. In Firmen wird es erfolgreich zur Unterstützung von Führungskräften und Managern eingesetzt, zum Beispiel zur persönlichen Weiterentwicklung oder im Rahmen von Change Management Prozessen. Inzwischen ist es nicht mehr peinlich, sich von einem Coach Hilfe zu holen wenn Situationen eintreten, mit denen man sich in diesem Moment überfordert fühlt.

Was genau macht denn ein Coach? Und warum sucht jemand einen Coach auf?

Die Schmerzthemen im Coaching sind häufig so etwas wie Unzufriedenheit mit einer IST-Situation, aus der es vermeintlich keinen Ausweg gibt, Unsicherheit im Umgang mit anderen oder in einer Situation, das Gefühl der Überforderung, ein schwaches Selbstbewusstsein, Angst, Verwirrung oder auch ein beginnendes Burn-Out. Wenn jemand denn so ehrlich ist, sich das einzugestehen.

Eigenverantwortung und Selbststeuerung

Ein Definitionsversuch: Ein Coach ist jemand, der „einen Refexionsprozess“ einläutet und begleitet. Der Coachee, also der, der einen Coach aufsucht, beauftragt den Coach und erteilt ihm einen Auftrag. Der Coach begleitet den Coachee auf seinem individuellen Veränderungsprozess durch Fragen, Denkanstöße, Perspektivenwechsel, Wertarbeit, das Reiss Profile.  Gemeinsam erarbeiten Coach und Coachee die individuellen Antreiber und Motivatoren, analysieren die Situation anhand von Techniken zum Beispiel aus dem systemischen Coaching. Während eines Coachingprozesses bleibt der Coachee jederzeit selbstbestimmt, er kann Denkanstöße und Ideen annehmen oder sie ablehnen, er prüft, was für ihn am besten passt.

Das vorrangige Ziel eines Coachingprozesses ist ganz klar, den Coachee in die Eigenverantwortung bringen und ihn (wieder) handlungsfähig zu machen. Die Idee ist, ein Thema in fünf bis zehn Sitzungen zu bearbeiten und dann soweit zu sein, dass der Coachee in Zukunft ohne Unterstützung mit dieser Situation umgehen kann.

Und Yoga?

Was hat nun Yoga damit zu tun? Wer noch nie Yoga gemacht hat, denkt dabei dabei vermutlich in erster Linie an die Körperübungen, die sogenannten Asanas. Möglicherweise, siehe oben zum Thema Klischee, denken Sie als Mann an Ihre (Ex-) Frau, die Sie „wegen Yoga“ entweder verlassen oder sich aus Ihrer Sicht merkwürdig verändert hat. Und da wären da noch die sonstwie esoterisch angehauchten Wesen, die ständig nach Indien reisen und Räucherstäbchen und Co. anzünden. Sie wissen, was ich meine.

Ich persönlich bin weit entfernt von Räucherstäbchen und Esoterik. Ich stehe mit beiden Beiden im Leben, liebe meinen Zweitberuf in der PR für touristische Unternehmen und mache trotzdem Yoga. Ich habe damit vor mehr als zehn Jahren begonnen, zuerst als Sport, später als Kraftspender, heute als Teil meines Lebens. Zugegeben, das mag sich auch irgendwie merkwürdig anhören und Sie denken vielleicht: Ja, schon klar, schon wieder so eine. Doch Sie werden zugeben müssen, dass Sie inzwischen immer mehr „ganz normalen Menschen“ begegnen, inzwischen übrigens auch (Geschäfts-)Männern, die einmal am Tag Krawatte gegen Yogamatte tauschen. Denken Sie an die Deutsche Fußballnationalmannschaft, Patrick Broome ist vielleicht ein Begriff oder auch Ex-Tennisprofi Michael Stich, beide sind bekennende Yogafans.

Was macht Yoga, dass es Männlein wie Weiblein wohl tut?

In einem Satz: es bringt die Gedanken zur Ruhe und dehnt und kräftigt dabei nebenbei den ganzen Körper. Wie es das macht? Indem es den natürlichen Atem mit den Bewegungen verbindet und Bewusstsein schafft für den Körper – und den Geist. Zu Yoga gehört Konzentration und Meditation, die Innenschau, wenn Sie so wollen. Das passiert von selbst, ohne Anstrengung und genau das macht für viele den Zauber von Yoga aus. In unserer hektischen Zeit geht es vermehrt um Leistung und „tun müssen“. Im Yoga geht es um Loslassen und Geschehen lassen. Im Einklang mit dem Atem. Dabei wird außerdem der gesamte Körper gekräftigt und gedehnt, inzwischen ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Yoga das Herz-Kreislaufsystem genauso positiv beeinflusst wie die morgendliche Jogging- oder Walking-Stunde. Vielleicht wollen Sie es nicht unbedingt lesen, weil Sie Ihre Meinung zum Yoga ändern müssten, doch Yoga ist ein Allround-Talent. Yoga steht für die Verbindung von Körper, Geist und Seele. Und damit wären wir beim Coaching.

Yoga und Coaching – wie passt das zusammen?

Zurück zur Ausgangsfrage. Im Coaching geht es ebenfalls darum, sich selbst kennen zu lernen. Wenn Sie so wollen, Sie wissen, ich reise gerne, begeben sich Coach und Coachee auf eine gemeinsame Reise. Die Reise ist der Selbstreflexionsprozess, die Selbsterkenntnis, das Aufspüren von Glaubenssätzen und Mustern, die uns heute vielleicht behindern. Wie wollen Sie über sich selbst reflektieren, wenn Sie ständig mit 180 PS durch Ihr Leben rasen? Eine Reise im Schnelldurchgang, wie wir Sie von den Japanern kennen: hier ein Foto, da ein Foto und ab nach Hause. Bringt uns das auf Dauer weiter? Kennen Sie den Spruch: „Kannste schon so machen, is‘ halt Kacke“. Genau so ist es.

Es ist verflixt schwer, mit sich selbst in Kontakt zu kommen, wenn man immer zu 100 Prozent gefordert ist und kaum Zeit bleibt für eine ruhige Minute. Die Innenschau kann man nicht erzwingen, sie braucht Zeit und natürlich Mut und den Willen, etwas zu verändern.

Ohne Ruhe keine klaren Gedanken

Yoga beschleunigt den Prozess der Öffnung für die Selbstreflexion. Yoga schenkt Bewusstsein für sich selbst, den Körper und seine Funktionen. Yoga lässt uns nach und nach begreifen, wie unsere Gedankengänge funktionieren. Yoga und Coaching, das eine auf der körperlichen seelischen, das andere auf der mentalen Ebene, tragen dazu bei uns selbst zu begreifen.

Wenn Sie etwas begriffen haben oder erkennen, spüren können, seien es Gedankenmuster, körperliche Beschwerden oder Gefühle, können Sie es ändern. Und darum geht es im Coaching: den eigenen Weg zu finden, Muster zu überwinden, wenn sie hinderlich werden und vielleicht steht auch der Wunsch nach körperlicher Fitness auf der Liste.

Eins kann ich mit Überzeugung sagen: wer beschlossen hat, den Weg der Veränderung zu gehen, wird mit Coaching und Yoga zu seinem Ziel kommen. Vielleicht sogar schneller, als gedacht.

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