Schön und schwer: Gute Vorsätze in die Tat umsetzen

Gute Vorsätze gibt es gerade zu Beginn eines neuen Jahres wie Sand am Meer. Doch Hand aufs Herz: ähneln sich die vom letzten Jahr nicht allzu häufig verdächtig denen vom Jahr zuvor? Ich will mehr Sport treiben, abnehmen, aufhören zu rauchen, reich werden, den Mann/die Frau fürs Leben finden… die Liste wird jedes Jahr länger und wir frustrierter.

Gute Vorsätze, schwere Umsetzung?

Wie kommt es, dass wir es einfach nicht hinbekommen, die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen? Warum fällt es uns so schwer, uns von den ungeliebten Angewohnheiten zu trennen? Warum ändern wir uns nicht obwohl wir sehr wohl begreifen, dass Rauchen extrem gesundheitsgefährdend ist oder der Mann/die Frau fürs Leben mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht so einfach an unsere Tür klopfen wird?

Ehrlich währt am längsten

Die Antwort auf die Frage lautet: weil wir nicht ehrlich zu uns sind oder uns offenbar nicht besonders gut kennen. Gute Vorsätze sind wie Ziele: sie sollten realistisch sein. Und zu uns passen.

Vielleicht sind Sie einfach nicht der sportliche Typ und in dem Fall wird es Sie ganz sicher nicht reizen, jeden Tag eine Stunde früher aufzustehen, um fröhlich ein paar Runden im Park umher zu joggen. Eher noch käme vermutlich eine Mitgliedschaft im Fitness-Studio in Frage, immerhin zahlen Sie dann monatlich einen Beitrag. Das motiviert. Jedoch: wie lange?

Meistens verläuft der Prozess mit den guten Vorsätzen, die nicht zu uns passen, nach diesem sich wiederholenden Muster:

In 6 Wochen von motiviert zu frustriert

Zuerst setzt die Motivationsphase ein, die etwas drei bis vier Wochen anhält. In dieser Phase sehen wir, nennen wir ihn Herrn Möchtegern, ausgesprochen häufig in den heiligen Hallen des Fitness-Studios. Er bekommt einen Trainingsplan und trainiert wie verrückt. Beinah jeden zweiten Tag, einen Tag sollen die Muskeln schließlich Pause haben.

In der dritten Woche schleicht sich zum ersten Mal der innere Schweinehund heran. „Mein Tag im Büro war so stressig, ich bin so kaputt, heute gönne ich mir einen sportlichen Aussetzer. Schließlich kann ich ja Morgen wieder gehen, dann geht es mir sicherlich besser.“ Der Abend auf dem Sofa wirkt so vertraut, es tut so gut, einfach mal, ganz ohne schlechtes Gewissen, da zu sitzen und nichts zu tun. Außer noch ein wenig zu naschen und eine Folge der Lieblingsserie anzuschauen. Na gut, am Ende sind es drei, so ist das mit den Serien, sie machen Lust auf mehr. Aber heute, heute ist das total ok. Am nächsten Tag hat Herr Möchtegern eine Verabredung. Die hatte er ganz vergessen und sie abzusagen kommt überhaupt nicht in Frage. Dann geht er eben Morgen wieder zum Sport. Klar.

In der vierten Woche steht eine Geschäftsreise an, viel Essen, wenig Schlaf und noch weniger Zeit für Sport.

In der fünften Woche findet Herr Möchtegern genau einmal den Weg ins Fitness-Studio. Aber ach, es ist so voll, er muss an den Geräten warten und die Luft, die ist auch so schlecht. Einmal kurz in die Sauna, das ist doch eine gute Idee und vom Schwitzen nimmt man schließlich auch ab. Auf dem Nachhauseweg fragt er sich, ob der ganze Sport überhaupt etwas bringt.

In der sechsten und den darauf folgenden Woche ist das Fitness-Studio so gut wie vergessen. Der Verdrängungsmechanismus funktioniert. Ab und zu meldet sich das schlechte Gewissen, schließlich zahlt Herr Möchtegern jeden Monat seinen Beitrag.

Was bleibt? Der Speck. Und der Frust darüber, es (wieder) nicht geschafft zu haben.

Was wäre, wenn Sport einfach nicht sein Ding ist?

Damit meine ich tatsächlich nicht, sich hinter einer faulen Ausrede zu verstecken sondern sich ernsthaft die Frage zu stellen, ob Bewegung mich langfristig bei Laune hält. Ehrlichkeit zu sich selbst mag schwer fallen, besonders in einer Gesellschaft, die dem Fitnesswahn verfallen ist. Wer traut sich da schon noch zu sagen: nee, ich finde Sport einfach richtig ätzend.

Was treibt mich an?

Angenommen es wäre ganz einfach so: Herr Möchtegern ist ein Sportmuffel, er mag keine Bewegung. Wenn er das wüsste und sich eingestehen würde, könnte er einen anderen Weg finden, Gewicht zu verlieren. Zum Beispiel könnte er eine Ernährungsberatung aufsuchen und lernen, seine Nahrungsmittel bewusster auszusuchen. Er könnte langfristig seine Ernährung umstellen und so nicht nur abnehmen sondern dauerhaft gesund bleiben.

Wenn Sie wissen wollen, wie Sie Ihre persönlichen Antreiber erkennen und mit ihnen herausfinden, wie Sie Ihre Ziele nachhaltig verwirklichen können, freue ich mich auf ein persönliches Gespräch! Ein erster Schritt könnte das Reiss Profile sein. Schauen Sie mal rein!

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