Namibia - Kalahari

Are you ready to jump? Vom Zauber des Aufbruchs, Wagens und Neubeginns

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Der Zauber des Aufbruchs. Ansteckend ist der, mitreißend und berauschend. Im positiven Sinne überträgt er sich auf unsere Umgebung und schenkt Energie und Kraft. Und das alles nur, weil die Entscheidung getroffen ist das Neue, Unbekannte, Unsichere und zeitweilig Beängstigende endlich zu wagen.

Are you ready to jump? Vom Zauber des Aufbruchs und Wagens

„Du bist ansteckend mit Deiner Energie“, sagte eine geschätzte Kollegin bei der Abschiedsfeier in der Agentur zu mir. „Deine Augen funkeln, Deine ganze Körpersprache strahlt Positivität und Enthusiasmus aus.“ Was für ein schönes Feedback und ja, es stimmt. Ich fühle mich tatsächlich kraftvoll und voller Tatendrang. Der Grund dafür ist einfach: ich befinde mich im Aufbruch zu etwas Neuem. Und der Zauber, die Energie, die positive Kraft des Augenblicks tragen mich. Ich schwebe wie auf Wolken, leicht und schwerelos. Wie auf einer Welle gleite ich dahin und nehme mit, was mitgerissen werden will. Die Magie des Aufbruchs, der Zauber des Neuanfangs.

Hermann Hesse hat diesen Moment so wunderbar in seinem Gedicht „Stufen“ beschrieben. …und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“:

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse, 1941)

Nur wer bereit für Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen…

Manchmal dauert es lange bis zu diesem Aufbruch, der uns Neues verspricht, uns mit Respekt und teils Erschauern vor der eigenen Courage erfüllt. Es rumort und arbeitet dann zwar schon gewaltig im Innern, wir stellen uns vor, wie es wäre wenn – doch dann verlässt uns der Mut und wir halten noch ein Weilchen fest am Alten. Dem Bekannten, Beruhigenden, Sicheren. Wer die Reise des Neuen jedoch einmal angetreten hat weiß, dass der Wunsch nach Aufbruch immer häufiger in immer kürzeren Zeitabständen wieder kommt. Das Neue will hinaus hinaus in die Welt, und jedes Mal ein bisschen stärker. Wie bei einer Geburt, bei der das Kind auf sich warten lässt – doch natürlich irgendwann kommt. Wenn es an der Zeit ist.

Alles zu seiner Zeit: Das Gras wächst nicht schneller, wenn Du daran ziehst. (Chinesisches Sprichwort)

 

Oft wünschen wir uns, dass es schneller ginge, dass wir das Neue schon viel früher so mutig und unerschrocken angegangen wären und uns nicht so lange von unseren inneren Gegenargumenten hätten abhalten lassen. Die inneren Stimmen, die uns Angst und Vorsicht einflüsterten. Nun sind sie verstummt und halten uns nicht länger ab. Mut und Überzeugung, Selbstvertrauen und Vertrauen sind an ihre Stelle gerückt. Aber eben erst jetzt. Warum? Weil es einfach so ist. Wir sind Individuen, jedes mit seiner Geschichte, mit seinen Päckchen, die das Leben und die Erfahrungen uns mit auf den Weg gegeben haben. Die Dinge brauchen ihre Zeit, insbesondere Veränderungen. Schließlich hatten wir uns vorher gut eingerichtet in unserem Leben. Es war bequem, wenn es vielleicht auch nicht erfüllend war, so wussten wir zumindest, woran wir sind. Ohne Wertung betrachtet ist das doch völlig in Ordnung. Irgendwann wächst die innere Unzufriedenheit so stark an, dass wir Handeln. Und es ist doch durchaus klug, abzuwägen und nicht gleich euphorisch in etwas hineinzuspringen, das uns gerade eingefallen ist. Nach dem Motto: alles ist besser als das hier jetzt gerade. Nein, das ist nicht clever. Abwägen ist gut und wichtig – doch klar, irgendwann sollte und muss der erste Schritt getan werden. Und auch hier ist Widerstand zwecklos: wer sich einmal auf die Reise zum Neuen begeben hat, wer die Luft des Unbekannten geschnuppert hat und den Schritt in eine neue Richtung gewagt hat, der will mehr.

Gute Reise! Bon voyage! Have a safe trip!

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